Datum
2. Okt. 2026
Ort
Essen/Düsseldorf
Herausgeber
OGE

Pressemitteilung

CO₂-Infrastruktur für NRW: Klimaziele erreichen und Industriestandort stärken

OGE stellt die Raumverträglichkeitsprüfung für Ruhbens und den Delta Rhine Corridor vor und diskutiert mit Politik und Industrie über die Bedeutung von CO₂-Transport für Nordrhein-Westfalen

Klimaziele erreichen, industrielle Wertschöpfung erhalten und Arbeitsplätze sichern: Wie das gemeinsam gelingen kann und welche Rolle eine leistungsfähige CO₂-Infrastruktur dabei spielt, stand gestern im Mittelpunkt einer Veranstaltung von Open Grid Europe (OGE) im Landtag Nordrhein-Westfalen. 

Gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Industrie diskutierte OGE darüber, welche Voraussetzungen für den Aufbau einer CO₂-Transportinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen geschaffen werden müssen. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur politische und regulatorische Rahmenbedingungen. Denn Infrastruktur entsteht am Ende ganz konkret vor Ort: in Städten und Gemeinden, entlang geplanter Trassen und im direkten Lebensumfeld der Menschen. 

Gleichzeitig stellte OGE die Korridore zu den Raumverträglichkeitsprüfungen der beiden CO₂-Infrastrukturprojekte Ruhbens und Delta Rhine Corridor (DRC) vor. 

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion bei der Veranstaltung im Landtag NRW v. l. n. r. Detlef Brüggemeyer (Technischer Geschäftsführer OGE), Dr.-Ing. Andreas Bode (Vice President CO2 and Process Innovation der Lhoist Group), Dr. Christian Untrieser (CDU-Abgeordneter im Landtag NRW), André Stinka (SPD-Abgeordneter im Landtag NRW) und Moderator Carsten Deuster.

 

Detlef Brüggemeyer, Technischer Geschäftsführer von OGE, betont: 

„Die Transformation des Energiesystems und der Industrie ist von hoher gesellschaftlicher Relevanz und setzt einen intensiven Dialog mit allen Beteiligten voraus. Anlässlich der Einreichung der Unterlagen für die Raumverträglichkeitsprüfung der CO₂-Transportkorridore DRC und Ruhbens haben wir den Termin im Landtag genutzt, um diesen Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, Städten, Kommunen und politischen Akteuren frühzeitig zu vertiefen. Uns ist wichtig, Perspektiven und Argumente aufzunehmen, transparent über das Vorhaben zu informieren und gemeinsam Verständnis für die Rolle einer leistungsfähigen CO₂-Infrastruktur auf dem Weg zur Klimaneutralität zu schaffen.” 

Klimaschutz und starke Industrieregion zusammendenken 

Auf dem Podium diskutierten Dr. Christian Untrieser, Fraktionssprecher für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie der CDU-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen, André Stinka, Fraktionssprecher für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie der SPD-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen, Detlef Brüggemeyer, Technischer Geschäftsführer von Open Grid Europe GmbH, und Dr. Andreas Bode, Vice President CO₂ and Process Innovation, Lhoist Group. 

Für Dr. Christian Untrieser gehören Klimaschutz und die Zukunft des Industriestandorts zusammen: 

„Klimaschutz und industrielle Stärke müssen zusammen gedacht werden. Dafür braucht Nordrhein-Westfalen die passende Infrastruktur.“

Auch André Stinka stellt die Verbindung zwischen Transformation, Wertschöpfung und Beschäftigung in den Mittelpunkt: 

„Die Transformation muss Klimaschutz, gute Arbeitsplätze und industrielle Wertschöpfung miteinander verbinden. Wenn wir einerseits klimaneutral werden und andererseits die Industrie halten wollen, dann werden wir moderne Methoden in der Stromversorgung, der Wasserstoffnutzung und der CO₂-Abscheidung brauchen.“ 

Aus Sicht der Industrie macht Dr. Andreas Bode von Lhoist deutlich, warum entsprechende Transportmöglichkeiten benötigt werden: 

„Für uns hat ein CO₂-Netz eine ganz besondere Bedeutung. Für schwer und für nicht vermeidbare Emissionen braucht die Industrie eine Perspektive. Eine verlässliche CO₂-Infrastruktur ist dafür entscheidend.“ 

Ruhbens und DRC: Infrastruktur wird vor Ort konkret 

Mit den Projekten Ruhbens und Delta Rhine Corridor (DRC) treibt OGE die Planung einer zukünftigen CO₂-Transportinfrastruktur voran. Im Landtag wurden die Unterlagen zu den Raumverträglichkeitsprüfungen beider Projekte vorgestellt. 

Dabei zeigt sich auch: Die großen Ziele der industriellen Transformation werden letztlich auf kommunaler Ebene konkret. Leitungen verlaufen durch Regionen, berühren Städte und Gemeinden und damit das unmittelbare Umfeld der Menschen. Für OGE gehören die technische Planung und der frühzeitige Dialog vor Ort deshalb zusammen. 

CO₂-Transport und -Speicherung sollen insbesondere dort einen Beitrag zur Transformation leisten, wo sich Emissionen in industriellen Prozessen nur schwer oder nicht vollständig vermeiden lassen. Eine entsprechende Transportinfrastruktur kann Unternehmen dabei unterstützen, ihre Klimaziele zu erreichen und industrielle Wertschöpfung langfristig in Nordrhein-Westfalen zu erhalten. 

Dialog als Teil der Planung 

Für die Umsetzung von Infrastrukturprojekten braucht es neben verlässlichen politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen auch den Austausch mit den Kommunen und den Menschen vor Ort. Fragen und Hinweise aus den betroffenen Regionen sollen deshalb frühzeitig Raum bekommen. 

OGE will die Entwicklung der CO₂-Infrastruktur entsprechend transparent begleiten und den Dialog entlang der geplanten Projekte suchen. Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine klimaneutrale und wettbewerbsfähige Industrie zu schaffen und zugleich die Perspektiven vor Ort in die weitere Planung einzubeziehen